Poco a poco - Stück für Stück voran in Spanien

Einen Podcast gestalten, in einem Kindergarten arbeiten und Menschen beim Englisch lernen helfen. All das war möglich in meinem ESK Projekt in der spanischen Stadt Elche. Nach dem Abi wollte ich erst mal den Kopf frei bekommen und auch mein Schulspanisch verbessern. Deswegen habe ich angefangen, nach Stellen für Freiwilligenarbeit in Spanien zu suchen. Ich habe während meines Abiturs unzählige Bewerbungen verschickt und kam so schließlich zu meiner Stelle in Elche. Ich habe mich über die Zusage sehr gefreut, da meine Stelle in einer größeren Stadt war, die dazu auch noch nah am Strand liegt. Da war mir noch gar nicht bewusst, wie viel mehr tolle Möglichkeiten mir diese Stadt und meine Arbeit bieten würden.

Im Oktober ging es los. Ich kam als erste von insgesamt vier Freiwilligen an und konnte so schon mal die Stadt erkunden. Direkt lernte ich den spanischen Spruch „poco a poco“, der sinngemäß „Stück für Stück“ bedeutet, kennen. Diesen lernte ich auch schnell zu lieben, denn immer wenn ich Probleme mit der spanische Sprache oder der neuen Kultur hatte, sagten Kollegen und Freunde zu mir: „Poco a poco“. So musste ich zuerst auch gar nicht arbeiten und konnte mich in Ruhe an meine neue Umgebung gewöhnen und allen Papierkram erledigen.

Nach einer Woche war ich aber schon richtig aufgeregt auf meine Arbeit und freute mich als es dann losging. Meine Hauptarbeitsstelle war in einer Kinderkrippe. Dort habe ich mit Kindern bzw. Babys im Alter von 3 Monaten bis drei Jahren gearbeitet. Der Alltag in der Kita hat mir sehr gut gefallen. Morgens gab es immer eine Morgenrunde und danach haben wir uns dort den ganzen Tag um die Kinder gekümmert. Ich habe den Kinder beim Frühstück und Mittagessen geholfen, mit ihnen auf dem Hof gespielt und natürlich ganz viele Windeln gewechselt. Stück für Stück konnte ich immer mehr Aufgaben übernehmen, da ich die Routinen im Kindergarten und Spanisch besser verstand. So habe ich mich sehr gefreut, als ich nach ein paar Wochen gut genug Spanisch konnte, um den Kindern morgens Geschichten vorzulesen.

Ab und zu machten wir auch kleine Ausflüge mit den Kindern. So besuchten wir beispielsweise eine Bibliothek oder schauten uns ein Theaterstück an. Das Highlight war der Ausflug zu einer Farm. Dort konnten wir uns mit den zwei-jährigen Kindern Tiere wie Hühner, Kühe und Pferde anschauen und sogar Ziegen streicheln. Für mich war es sehr spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Kinder auf diese Eindrücke reagierten.

Jeden Donnerstag Abend leiteten die drei andern Freiwilligen und ich ein Sprachencafé. Zu diesem konnte jeder kommen, der sein Englisch verbessern oder eine Muttersprache von uns Freiwilligen lernen wollte. Das war immer sehr lustig, da wir so viele neue Menschen kennen lernen konnten, aus denen viele enge Freunde wurden. Zudem hatten wir vier Freiwillige einen eigenen Podcast. Wöchentlich sprachen wir in diesem mit zwei Moderatoren über unsere Erfahrungen in Spanien, unsere eigene Kultur oder tratschten über aktuelle Ereignisse. Anfangs benötigte ich noch viele Notizen, um so viel auf Spanisch zu sprechen, mit der Zeit konnte ich mich aber Stück für Stück immer spontaner mit den Anderen unterhalten.

Aber nicht nur meine Spanischkenntnisse haben sich verändert, ich selbst habe mich auch weiterentwickelt. Durch die Erfahrung, mich in einer komplett fremden Umgebung alleine zurechtfinden zu müssen, wurde ich selbstbewusster und fühle mich viel besser auf die Zukunft vorbereitet. Natürlich ist das nicht immer einfach, aber man kann dabei unfassbar viel lernen und Freunde fürs Leben finden. Daher kann ich es jedem nur ans Herz legen, selbst am europäischen Solidaritätskorps teilzunehmen!

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Mein Freiwilligendienst an einer Waldorfschule in Irland