Mein Freiwilligendienst an einer Waldorfschule in Irland
Nach meinem Abitur im Jahr 2025 entschloss ich mich dazu, für zehn Monate nach Irland zu gehen, um dort meinen Freiwilligendienst an einer Waldorfschule zu absolvieren. Meine Aufgabe war es, die Erzieherin in der Kindergartengruppe in ihrem Alltag zu unterstützen, zu kochen, mit den Kindern zu basteln, nach dem Tag das Klassenzimmer aufräumen und organisieren und Materialien für den nächsten Tag vorzubereiten. Außerdem durfte ich ab dem zweiten Halbjahr gemeinsam mit den anderen Freiwilligen ein eigenes Projekt leiten, was mir sehr viel Spaß gemacht hat.
Ich habe mich in der Schulgemeinschaft von Anfang an sehr aufgehoben gefühlt. Die Kinder, Eltern und Lehrkräfte waren unglaublich gastfreundlich und haben mich mit offenen Armen aufgenommen. Ich bin sehr dankbar für die vielen Gespräche, die ich mit den Eltern führen durfte, für die Familien, die mich zu sich nach Hause eingeladen haben, und für die Lehrkräfte, die mir vieles über die Waldorfpädagogik erklärt und nähergebracht haben
Außerdem durfte ich an einem On-Arrival-Training und einem Midway-Training teilnehmen, die jeweils vier Tage in Dublin stattfanden. Es war eine wunderschöne Erfahrung, so viele andere Freiwillige aus ganz Europa, zum Beispiel aus Italien, Spanien, Frankreich oder Estland kennenzulernen und sich über die Traditionen unserer Heimatländer auszutauschen. So konnten wir sowohl die Unterschiede als auch die Gemeinsamkeiten unserer Kulturen entdecken, was ich sehr spannend fand. Wir sprachen über Feste, Traditionen, Essen, Religion, Geschichte, aktuelle politische Ereignisse und vieles mehr. Meine Erfahrungen in Irland haben mir viele neue Perspektiven eröffnet und mir ein besseres Verständnis für die kulturelle Vielfalt Europas gegeben
An den Wochenenden und während der Schulferien haben die anderen Freiwilligen und ich Irland sowie Nordirland erkundet. Irland hat eine beeindruckend schöne Landschaft und die Menschen sind unglaublich herzlich. Die gemeinsame Zeit war etwas ganz Besonderes. Durch unsere Reisen konnte ich nicht nur viele Orte entdecken, sondern auch die spannende Geschichte Irlands besser kennenlernen.
Rückblickend war dieser Freiwilligendienst definitiv die beste Entscheidung, die ich für mich selbst treffen konnte. Ich habe unglaublich viel gelernt und erlebt. Ich hatte die Möglichkeit, meinen gewohnten Alltag komplett hinter mir zu lassen und mich auf eine völlig neue Kultur, neue Menschen und neue Herausforderungen einzulassen. Es war etwas vollkommen Neues, ganz anders als alles, was ich zuvor erlebt hatte.
Ich weiß, dass es viel Mut braucht, alles, was man bisher kannte, hinter sich zu lassen. Es ist nicht immer einfach, aber diese Erfahrung ist jede Herausforderung wert. Ich würde mich jederzeit wieder dafür entscheiden und kann jedem, der diese Möglichkeit hat, einen Freiwilligendienst im Ausland empfehlen. Die Unabhängigkeit und Freiheit, die man dabei spürt, sind unbeschreiblich wertvoll. Besonders für junge Menschen bietet dies die Chance, sich selbst besser kennenzulernen und sich wichtige Fragen für die Zukunft zu stellen: Was möchte ich später machen? Wo möchte ich leben? Und welche Prioritäten sind mir wirklich wichtig?
Ich erinnere mich sehr gerne an all die schönen Momente zurück, die ich in Irland erleben durfte, und vermisse die Freundschaften, die dort entstanden sind. Gleichzeitig ist es ein schönes Gefühl zu wissen, dass ich heute Menschen aus ganz Europa kenne und wir uns gegenseitig besuchen möchten. Solche internationalen Freundschaften aufzubauen, ist eine einzigartige Möglichkeit, für die ich sehr dankbar bin.